Maschinelle Instrumentenaufbereitung für Zahnarztpraxen
Instrumente stellen einen bedeutenden materiellen Wert innerhalb der Gesamtinvestition einer Zahnarztpraxis dar. Bei der Instrumentenaufbereitung sind vielfältige chemische und physikalische Einflüsse zwingend erforderlich, für hygienisch unbedenkliche Instrumente und deren Werterhalt. Die dabei erforderlichen Maßnahmen müssen dafür korrekt durchgeführt werden. Nur durch Wissen über Materialeigenschaften, Wirkungsweisen von Behandlungsmitteln, Einflüsse unterschiedlicher Wasserqualitäten ist die sichere Aufbereitung der Instrumente möglich.
Zur maschinellen Aufbereitung gelangen die Instrumente vorzugsweise aus der Trockenentsorgung. Bei einer Nassentsorgung (z.B. rotierende Instrumente) müssen die eingesetzten schaumaktiven Reinigungs- und Desinfektionsmittel gründlich abgespült werden. Schaum kann den Spüldruck bei der maschinellen Reinigung signifikant reduzieren und das Ergebnis beeinträchtigen sowie schlimmstenfalls zum Abbruch des maschinellen Aufbereitungsprozesses führen.
Bei der maschinellen Aufbereitung sind einige Punkte besonders zu beachten:
- Voraussetzung für eine wirksame maschinelle Aufbereitung ist die richtige spülgerechte Beladung von Siebschalen, Einsätzen, Halterungen etc.
- Gelenkinstrumente müssen geöffnet abgelegt werden.
- Die Siebschalen dürfen nicht überladen sein, damit die Instrumente gut umspült werden. Bei validierten Prozessen ist das festgelegte Beladungsmuster stets einzuhalten.
- Großflächige Instrumente müssen so auf die Siebschale gelegt werden, dass sie nicht durch „Spülschatten“ die Reinigung anderer Instrumente behindern.
- Instrumente mit Hohlräumen (z.B. Turbinen) müssen auch innen vollständig gespült werden. Hierzu sind besondere, auf das Instrumentarium abgestimmte Einsätze mit Spülvorrichtungen zu verwenden.
- Die Instrumente müssen entsprechend ihrer mechanischen Empfindlichkeit so abgelegt bzw. gelagert werden, dass eine Beschädigung ausgeschlossen ist.
Die ausreichende Sauberkeit ist Grundvoraussetzung für den Sterilisationserfolg. Die Instrumente müssen makroskopisch sauber sein, d. h. frei von sichtbaren Rückständen. Die Überprüfung erfolgt visuell (Sichtkontrolle). Kritische Bereiche wie Griffstrukturen, Gelenke oder Maulriefung benötigen besonders sorgfältige Kontrollen. Empfehlenswert sind dabei Arbeitsleuchten mit Vergrößerungslinsen zur Überprüfung der Instrumente. Bestehen Zweifel an der Sauberkeit insbesondere bei Instrumenten mit Hohlräumen, sind chemische Nachweise auf Protein bzw. Blut durchzuführen. Generell sind Verfahren zu bevorzugen, welche die Reinigung getrennt vor der Desinfektion ausführen. Für die maschinelle Aufbereitung gibt es sowohl thermische als auch chemothermische Verfahren. Verfahren mit thermischer Desinfektion ist generell der Vorzug zu geben. Daher ist die Eignung der aufzubereitenden Medizinprodukte für eine maschinelle Aufbereitung mit thermischer Desinfektion bereits bei der Beschaffung zu berücksichtigen.
Am Ende des Aufbereitungsschemas steht die Pflege. Unter Pflege ist das gezielte Aufbringen von Pflegemitteln an Instrumenten in Gelenke, Schlüsse oder Gewinde und Gleitflächen, z.B. bei Klemmen, Scheren nach sorgfältiger Reinigung und Desinfektion zu verstehen. Die Reibung von Metall auf Metall wird minimiert und stellt damit eine vorbeugende Maßnahme gegen Reibkorrosion dar.
Folgend eine schematische Darstellung der maschinellen Aufbereitung / Pflege von dentalen Instrumenten:
- Arbeitsschutzmaßnahmen beachten (z.B. Handschuhe tragen)
- Füll- und Ätzmaterialien sofort nach Anwendung entfernen
- Kontaminierte sowie nicht verwendete, offen bereitsgestellte Instrumente in geeigneter Kassette oder Desifnektionswanne ablegen
- Nasse und feuchte Instrumente umgehend trocknen.
- Die Überprüfung erfolgt visuell (Sichtkontrolle).
- Instrumente auf ordnungsgemäße Funktion prüfen.
Anschließend folgen Schritte wie beispielsweise Verpackung, Dampfsterilisation und die Lagerung – je nach Zweckbestimmung der Instrumente (für z.B. invasive Maßnahmen).
Die neodisher Prozesschemikalien sind für handelsübliche Thermodesinfektoren, wie z.B. MIELE oder MELAG, geeignet.